25 000 Hektar Wildnis, Gipfel mit Teufelssagen und Wege, die an unserer Haustür beginnen. Wir verraten dir, wohin sie dich gerade führen.
Der Nationalpark Bayerischer Wald fängt buchstäblich vor unserer Tür an, und er hinterlässt bei keinem Gast denselben Eindruck. Der eine kommt mit Gipfelfoto zurück, die andere mit dem Satz: „Ich hab seit Stunden niemanden getroffen.“ Beides ist hier ein guter Tag.
1970 gegründet, rund 25 000 Hektar groß und gemeinsam mit dem tschechischen Šumava das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Hier wird nicht aufgeräumt: Umgestürzte Bäume bleiben liegen und werden zur Kinderstube für das, was als Nächstes wächst, Bäche suchen sich ihren Weg selbst. Genau diese Wildnis macht den Wald so lebendig. Und spürst du auf kaum einer anderen Wanderung in Deutschland so deutlich.
Im Frühling explodiert das Grün förmlich, im Sommer flirrt die Luft über den Lichtungen, im Herbst leuchten die Buchen und im Winter liegt eine Stille über allem, die man fast hören kann. Das Schöne: Egal, wann du kommst – der Wald hat immer eine neue Seite, die er dir zeigen will.
Unser Hausberg ist der Große Rachel (1 453 m). Oben wartet die Rachelkapelle, ein Stück darunter der stille Rachelsee: ein kleiner Gletschersee, der so daliegt, als wollte er nicht gefunden werden. Der Lusen (1 373 m) trägt auf dem Gipfel ein riesiges Blockmeer aus Granit. Die Sage erzählt, der Teufel habe die Steine aufgetürmt, um einen Goldschatz zu verstecken. Ob das stimmt, wissen wir nicht; dass die Aussicht von der „Himmelsleiter“ jeden Schweißtropfen wert ist, schon. Und der Große Falkenstein (1 315 m) ist der Berg für Genussmenschen: oben angekommen, lockt das urige Schutzhaus mit warmer Stube und sehr bayerischer Einkehr.
Im kostenlosen Tierfreigelände begegnest du auf rund 7 km Luchsen, Wölfen und Braunbären. Und wer den Wald von oben sehen will, geht auf den Baumwipfelpfad: bis zu 25 m hoch, am Ende der 44 m hohe Baumturm mit Blick bis zum Böhmerwald.


